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Ich lese plötzlich im Internet von einem öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch Karl v/s Heuschmann. Was soll das denn? Alles so nach dem Motto “wie Du mir, so ich Dir”. Das Internet und die Papierpresse als Schauplatz und Bühne für die verletzten Eitelkeiten zweier Männer, die doch vor Kurzem noch gemeinsam für eine Sache standen.
Oder etwa nicht?
Ich habe nach dem Treffen Heuschmann – Karl in Verden einen einigermaßen positiven Artikel geschrieben. Natürlich gab es hier und da Kritikpunkte, aber ich war so froh, dass zwei Pferdeleute vor über 3000 Menschen mal deutlich gemacht haben, was wir unseren Pferden im Reitsport anzutun bereit sind. Klar waren die Zwei sich nicht völlig einig, aber das war für die Sache vorerst gleichgültig. Wäre ja auch langweilig, wenn sich alle immer einig wären.
ABER…. diese “gemeinsame Sache” scheint ja nun nicht mehr so wichtig zu sein. Oder war es nie. War das Treffen in Verden nur eine riesige, aufgeblasenen Werbeaktion für die Herren?
Bin ich ein Schaf, dass ich glaubte, die Zwei würden für ein gutes, ehrenwertes Ziel ihre Unterschiedlichkeiten in den Hintergrund schieben und Einigkeit demonstrieren?
Ja. Ein Guerilla-Schaf. Und als solches muss ich an dieser Stelle einfach sagen:
Pfui. Alle Beide. Ihr habt meine allerhöchste Verachtung. Sowas hinterhältiges, egozentristisches, selbstverliebtes, mir fehlen die Worte.
Ich kann nur an alle Guerillaleser appelieren:
Lasst Euch nicht von so zwei Dummköpfen den Mut nehmen! Macht es besser. Setzt Euch für die Pferde ein! Nicht um Euretwillen, sondern für die Pferde.
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Liebe Pferdeleute,
gespannt habe ich die Wortwechsel zum Thema Karl und Heuschmann in den verschiedenen Foren verfolgt. Der Dialog ist sehr lebendig und bewegt. Es gibt viele Ansichten, Sichtweisen, Interpretationen und und und. Was ich oft denken muss: Es ist leicht, Kritik zu üben und sehr schwer, etwas “richtig” zu machen.
Die online-Diskussionen haben auch mich nochmal zum Nachdenken angeregt und ich komme nach wie vor zu dem Schluss, dass genau das, was jetzt passiert, die Idee der Veranstaltung in Verden gewesen sein kann.
Zielsetzung einer solchen Tagesmassenveranstaltung kann es nicht sein, alle Fragen zu beantworten, des Rätsels Lösung zu präsentieren oder gar Meinung zu machen. Wenn die Referenten das glaubten, dann habe ich sie überschätzt. Aber gerade die Kontroversen, die dieser Tag unter den Reitern geweckt hat, halten das Thema Pferd-Reiter-Interaktion lebendig und in der Öffentlichkeit. Das freut mich.
Persönlich kann ich sagen, dass ich selber wenig Sinn in Lektionenreiten und vollendeter Bewegungsstudie finden kann. Für mich ist das Reiten, der Umgang mit dem Pferd allgemein eine sehr emotionale, naturverbundene und abwechslungsreiche Sache. Und so lange ich Spaß habe an den Dingen, die ich mit meinem Pferdchen anstelle, kann ich ihr auch vermitteln, dass das was wir tun irgendwie lohnend ist. Und das wünsche ich mir von der Partnerschaft mit meinem Pferd. Sie soll gerne, mutig, offen und kreativ in Kontakt mit mir treten und ein gutes Gefühl haben, wenn wir etwas zusammen machen. Dann ergibt sich der Rest ganz spielerisch.
Schwammig, nicht wahr? Jetzt habe ich gar nicht verraten was genau ich mit meinem Pferd anstelle und nach welcher Theorie ich dabei vorgehe. Das ist natürlich Absicht. Schließlich reite ich keine Prinzipien sondern ein Pferd.
Happy Trails,
Pferdeguerilla
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Am gestrigen Tag trafen Dr. Heuschmann, bekannt durch sein Buch “Finger in der Wunde” und den Film “Stimme der Pferde” und Inspiration zur Gründung der Pferdeguerilla und Philippe Karl, Entwickler der Ecole de Légèreté und Kämpfer für eine Änderung der FN-Richtlinien, in Verden an der Aller aufeinander.
Beide Männer verfolgen ein ähnliches Ziel. Den Dressursport, wie er heute überwiegend pferdeverachtend und brutal ausgeführt wird, zurückzuführen zu einer Sportart, die durch Leichtigkeit, Harmonie und Ausdruck besticht (das ist die Interpretation der Pferdeguerilla, das haben die Beiden sicher nicht genau so gesagt).
Aber sie gehen mit den Pferden, Reitern und Verbänden unterschiedliche Wege und reiben sich aus diesem Grund ordentlich aneinander. Reibung erzeugt ja bekanntlich Wärme/ Energie und so war die gestrige Veranstaltung energetisch, offen, immer wieder diplomatisch und regte aus diesen Gründen zum eigenen Denken an.
Hauptreibungspunte waren wohl: Die FN-Reiterei und der reiterlich-technische Umgang mit der Kopf- Hals- Achse.
Dr. Heuschmann zeigte sich als gewandter Diplomat, der seinen Standpunkt klar vertrat ohne Dogmen aufzustellen und auch einlenkte, als Philippe Karl die Kunst und Wirkungsweise seiner Reiterei selber kurz und eindrucksvoll präsentierte.
Philippe Karl präsentierte sich zunächst sehr selbstbewusst und stellte seine Reitkunst in einer Art und Weise dar, die keinen Widerspruch zu ließ. Aber auch er konnte sich dem Einfluss seines Gesprächspartners nicht entziehen und wurde im Verlauf diskussionsbereiter und freute sich am Ende sichtlich über diese Entwicklung.
Kurzum: Zwei sehr unterschiedliche Männer.
Was haben sie getan? Sie haben sich vor einem großen Publikum, das durch Beifall aktiv an der Diskussion teilnahm, gegenseitig zugehört, ihre Ansicht dargestellt und darüber gesprochen. Und ich bin sicher, dass nicht nur das Publikum enorm viel gelernt hat an diesem Abend. Diese Pferdemänner sind großartige Beispiele für die Fähigkeit, dem Anderen zuzuhören, ihn verstehen zu wollen und sich auf ihn einzulassen.
Und das ist etwas, was sich durch die ganze Szene der, ich nenne sie mal “Horseman”, zieht. Die Fähigkeit des respektvollen Umgangs miteinander ist ein ganz elementarer Bestandteil der Reiterei. Ehrlichen Respekt zu empfinden kann man offensichtlich nicht beim Reiten dem Pferd gegenüber anstellen und dann in der Öffentlichkeit, im Umgang mit Menschen, ausstellen. Ich konnte bei beiden Männern deutlich dieses grundlegende Lebenskonzept erkennen und möchte hier meine Hochachtung aussprechen. Ganz egal, welche Technik, Reitweise, Schule, Biomechanik man der Reiterei zu Grunde legt. Ohne Repekt vor Mensch und Pferd geraten wir auf einen Irrweg. Das ist für mich die wichtigste Aussage des gestrigen Treffens. Über Wege kann man viel diskutieren, aber das Ziel ist uns allen klar, egal ob Wanderreiter, Dressursportler, Freizeitreiter, Springreiter, Westernreiter, Hippotherapeut, Vielseitigkeitsreiter, Distanzreiter, … die größtmögliche physische und psychische Harmonie zwischen Reiter und Pferd.
Oder, wie Mark Rashid es formulierte: “Horsemanship through life”
Danke Gerd, Danke Philippe
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Wie vielleicht vielen von Euch bekannt, hat sich Philippe Karl (Ecole de Légèreté) für eine Änderung des Regelwerks der FN eingesetzt. Den Briefwechsel zwischen FN und Karl könnt Ihr auf seiner Homepage einsehen. Eine mehr als spannende Lektüre!
http://www.philippe-karl.com/534
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Hier ist sehr schön zu sehen, welche Auswirkung die Rollkur auf Balance, Timing und Rhythmus des Pferdes hat.
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Heute berichtete der Deutschlandfunk in seiner Sendung “Hintergrund” erneut über die Dopingdebatte bezüglich des Reitsports. Besonders interessant dabei fand ich, dass auch mal über eine mögliche Kontrolle der Trainingsmethoden gesprochen wurde.
Die Sendung könnt Ihr hier nachlesen oder hier nachhören. Wenn Ihr länger was davon haben wollt, empfehle ich Euch, es runter zu laden.
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Auch auf Youtube äußern sich Menschen im Namen der Pferde zu den Mißständen in Haltung und Reiterei. Ich habe mal exemlarisch ein Video für euch ausgesucht.
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In drei Tagen habe ich 185 Handzettel verteilt, davon vier Stück wieder aufgesammelt, die auf de Parkplatz hinterlassen wurden. Einige Zettel habe ich sogar persönlich und auf interessierte Nachfrage übergeben! Wenn ich mit der Aktion zwanzig Menschen zum Nachdenken und fünf zum Handeln gebracht habe, war sie meiner Meinung nach schon gelungen.
Handeln war in diesem Fall gar nicht so schwierig, nur der Zeitaufwand war relativ groß.
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Gestern wurden erstmals Flyer auf dem Parkplatz eines Westernturniers verteilt, Inhalt war der Blogeintrag ‘Grundsätzliches’. Es gab keine Schwierigkeiten. War aber insgesamt ganz schön aufregend.
Auf dem Turnier selber hat eine Beschwerde bei der Aufsicht über eine brutale Reiterin nichts gebracht, schade, war aber zu erwarten. Es war ein junges Mädel, die auf dem Abreiteplatz ohne ersichtlichen Grund ihr Pferd riegelte, zu eng einstellte, antraben und anhalten lies. Von außen war dabei keine Harmonie zu erkennen oder ein Ziel ihrer ‘reiterei’ ersichtlich. Im Gegenteil, wenn sie mal wieder die Zügel noch kürzer nahm und ihr Pferd eng einstellte, indem sie es herunterriegelte, schaute sie scheinbar gedakenverloren in die Gegend. Für die Aufsicht war das aber noch im Rahmen. “Jetzt ist es nicht so schlimm” meinte sie zu mir.
Was war da noch im Rahmen? Wie schlimm muss es denn werden? Ohne jetzt spitzfindig oder ketzerisch wirken zu wollen war ganz klar, dass dieses Mädchen nicht wusste, warum sie was tat und dass gestern einfach DIE Chance bestanden hatte, sie darauf aufmerksam zu machen. Vielleicht wäre sie sogar froh gewesen, einen helfenden Hinweis zu bekommen, der ihr und dem Pferd den Spaß an der Reiterei zurückgeben könnte.
Schade, dass da immer erst das Blut spritzen muss, bevor die Verantwortlichen was tun. Gerade bei jungen Reitern und Reiterinnen geht es doch um eine Investition in die Zukunft. Wer sich auf einem Turnier präsentiert suggeriert meiner Meinung nach automatisch, dass er mit seinen reiterlichen Fähigkeiten beachtet werden möchte. Und das bedeutet auch, dass die Teilnehmer sich jeglicher Kritik stellen müssen.
Positiv: Ein Lob an richtiger Stelle für eine lockere und harmonische Pleasure ist natürlich sehr gut angenommen worden. Leider wurde die Teilnehmerin nicht platziert. Ihr Welsh-Pony zeigte eine starke Beinaktion und einen ausdrucksvollen Aufwärtsgalopp…
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Der systemische Familientherapeut, Psychiater, Psychoanalytiker und Organisationsberater Prof. Dr. Fritz B. Simon schrieb in seinem Blog am 25. Juni ’09 folgenden Eintrag:
Das Pferd einer mehrfachen Olympiasiegerin im Dressurreiten war gedopt. In seinem Blut konnte ein Antipsychotikum nachgewiesen werden. Nun soll – ungerechterweise – die Reiterin gesperrt werden, obwohl ja ganz offensichtlich nicht sie das Medikament genommen hatte.
Bei Radfahrern ist es ja auch nicht so, dass der Trainer gesperrt wird, wenn bei einem der Tour de France-Fahrer, z. B. Lance Armstrong, erhöhte Werte von Epo festgestellt werden. Der Trainer äußert sich dann ja in der Regel tief enttäuscht, weil er nie gedacht hätte, dass sein Pferd so etwas tut. Das Vertrauensverhältnis ist zwangsläufig gestört, wenn jemand Antipsychotika nimmt, ohne dass das die nächsten Angehörigen das wissen…
Noch mehr gestört ist es meiner Erfahrung nach allerdings, wenn einem Antipsychotika ins Heu gegeben, ohne dass man zuvor gefragt wurde…

